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Die Handlungsfelder des Audit berufundfamilie:
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Grundlage des Audit berufundfamilie ist ein Kriterienkatalog, der sich auf zehn
Handlungsfelder einer familienbewussten Unternehmenspolitik bezieht. Der Katalog enthält nahezu
alle in einem Unternehmen praktizierten oder wünschenswerten Maßnahmen, die
für eine familienbewusste Arbeitswelt relevant sind und formuliert ihren
Nutzen für den Betrieb. Erfasst wird zunächst der Status quo der vorhandenen familienbewussten Maßnahmen, um sodann
mit Hilfe des Katalogs systematisch das betriebsindividuelle Entwicklungspotenzial zu analysieren.
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Die zehn Handlungsfelder (erfassten Kriterien) sind:
- Arbeitszeit
- Arbeitsabläufe und Arbeitsinhalte
- Arbeitsort
- Informations- und Kommunikationspolitik
- Führungskompetenz
- Personalentwicklung
- Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen
- Service für Familien
- Elternschaft, Karenz und Berufsrückkehr
- Gesundheitsfördernde Maßnahmen
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1. Arbeitszeit:
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Flexible Arbeitszeiten vergrößern den unternehmerischen Spielraum, weil dadurch z.B. auf eineschwankende Auftragslage
optimal reagiert werden kann. Der flexible Einsatz von Personalressourcen in Form flexibler Arbeitszeitgestaltung
oder in Form von Freistellungsregelungen bringt gleichzeitig den Familien eine Verbesserung ihrer
Lebensbedingungen. In diesem Handlungsfeld werden alle Maßnahmen des Unternehmens dokumentiert und
bewertet, die die bestehenden Möglichkeiten der Arbeitszeitflexibilisierung familienbewusst nützen.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Flexibilisierung der täglichen, wöchentlichen, monatlichen,
jährlichen oder lebensphasenorientierten Arbeitszeit, Sabbaticals).
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2. Arbeitsabläufe und Arbeitsinhalte:
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Das Arbeitsergebnis zählt - und nicht wann, wo und wie es erbracht wird! Unter dieser Devise lassen sich zahlreiche
unternehmenspolitische Maßnahmen zusammenfassen, die durch höhere Eigenverantwortung der
MitarbeiterInnen und durch Reorganisation von Arbeitsprozessen die Produktivität verbessern wollen.
In diesem Handlungsfeld werden alle Maßnahmen erfasst, die effiziente und familienbewusste Arbeitsabläufe
und Arbeitsinhalte bewirken.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Teamarbeit, Kommunikationszeiten, Überprüfung von Arbeitsabläufen,
Aufgabenzuteilung unter Berücksichtigung der familiären Situation, Analyse von Krankheitsursachen).
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3. Arbeitsort:
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Von flexiblen Arbeitsorten profitieren Unternehmen und Arbeitnehmer. Neue Technologien machen es möglich, dass die Arbeit
nicht mehr nur im Büro, sondern auch zu Hause erledigt werden kann. Telearbeit spart den Unternehmen Zeit und Bürokosten,
während Eltern Familie und Beruf besser aufeinander abstimmen können. In diesem Handlungsfeld wird erhoben, wie die
neuen Technologien genutzt werden und welche Lösungen realisierbar sind.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Alternierende bzw. mobile Telearbeit, Arbeitsplatz-Splitting, Umzugsservice).
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4. Informations- und Kommunikationspolitik:
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In welchem Ausmaß ein Unternehmen von familienbewussten Maßnahmen profitiert, hängt von der Verankerung in der
Unternehmenskultur ab. Die Bekanntmachung und Kommunikation familienbewusster Maßnahmen spielt
dabei eine entscheidende Rolle (Mitarbeitermedien, Sprechstunden, Seminare, Projektgruppen, Leitbilder).
Auf diese Weise wird die Wirksamkeit personalpolitischer Maßnahmen unterstützt und ein Imagegewinn für
das Unternehmen erzielt. In diesem Handlungsfeld wird untersucht, wie effektiv die Informations- und
Kommunikationspolitik des Betriebes zur Verankerung familienbewusster Maßnahmen gestaltet ist.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Unternehmensbroschüren, interne Informationsveranstaltungen,
Mitarbeitergespräch).
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5. Führungskompetenz:
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Die Wirksamkeit und Rentabilität familienbewusster Maßnahmen hängt maßgeblich davon ab, inwieweit sie von den
Führungskräften im Berufsalltag konkret und aktiv unterstützt werden. Die Förderung von familienbewusstem
Führungsverhalten spielt daher eine entscheidende Rolle. In diesem Handlungsfeld wird das familienorientierte
Führungsverhalten auf den Prüfstand gestellt.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Familienbewusste Personalpolitik, Sensibilisierung der Führungskräfte durch
Informations- und Seminarangebote, Unternehmensleitsätze, Coaching, Mentorenprogramme).
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6. Personalentwicklung:
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Der Qualifikationsausbau und -erhalt der MitarbeiterInnen ist für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens
erfolgsentscheidend. Vor allem die sogenannten Schlüsselqualifikationen (Team-, Entscheidungs-, Konfliktlösungs- und
Kommunikationsfähigkeit) spielen eine immer wichtigere Rolle. All diese Fähigkeiten werden in der Familie trainiert
und können auch für das Unternehmen genutzt werden. Bereits bei der Einstellung von MitarbeiterInnen
ist dieser Qualifikationsvorteil zu berücksichtigen. In diesem Handlungsfeld werden daher alle Faktoren
erfasst, die für die Entwicklung von MitarbeiterInnen mit Familie relevant sind.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Gleichberechtigung von MitarbeiterInnen mit oder ohne Familie, familienbewusste
Qualifizierungsmaßnahmen, Anerkennung und Förderung vo Schlüsselkompetenzen,
Personalentwicklungsplan).
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7. Entgeltbestandteile und geldwerte Leistungen:
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Viele Unternehmen bieten ihren MitarbeiterInnen bestimmte "benefits" als Teil des Entgelts. Die Ausrichtung
derartiger geldwerter Leistungen auf die Bedürfnisse von Familien ist vielfach nur mit einem geringen Aufwand für das
Unternehmen verbunden, kann aber einen entscheidenden Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bringen.
In diesem Handlungsfeld wird daher die Gehaltspolitik des Unternehmens hinsichtlich ihrer Familienbewusstheit
auf den Prüfstand gestellt.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Sonderzahlungen, Rabatte bei bestimmten Produkten, Mitnutzung von benefits durch
Familienangehörige, Haushaltsservice, Anrechnung von Erziehungszeiten).
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8. Service für Familien:
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Die betriebliche Unterstützung der familiären Betreuungsarbeit ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass MitarbeiterInnen
mit Kindern Familie und Beruf besser vereinbaren können. Je nach Größe und Branche des Betriebes bieten sich vielfältige
Serviceleistungen an, die familiärbedingte Arbeitsunterbrechungen oder Wiedereinarbeitungszeiten
reduzieren. In diesem Handlungsfeld werden alle Initiativen des Unternehmens erfasst und bewertet, die die
Familienarbeit leichter und damit die Berufstätigkeit effektiver machen.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Vermittlung von Haushaltshilfen, Bügeldienste, Einkaufsdienste, Kinderbetreuung,
Eltern-Kind-Arbeitszimmer, Ferienbetreuung).
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9. Elternschaft, Karenz und Berufsrückkehr:
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Vorausschauende Planung der Karenz und Berufsrückkehr sollten bereits mit Bekanntgabe der Schwangerschaft thematisiert
und individuelle Wünsche und Bedürfnisse nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Dies erleichtert nicht nur den
Wiedereinstieg für die MitarbeiterInnen, sondern rechnet sich auch für die Unternehmen.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Urlaubs-/Krankenvertretung durch Karenzierte, Mitarbeit von Karenzierten in
Projekten ermöglichen bzw. fördern, aktive Vaterschaft ohne Nachteile für die Karriere fördern, Weiterbildungsmaßnahmen
auch für Karenzierte, vor Rückkehr individuelles Einstiegsgespräch, flexible Arbeitszeitmodelle bzw. Heim- und
Telearbeit für gleitenden Wiedereinstieg ermöglichen).
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10. Gesundheitsfördernde Maßnahmen:
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Jeder Beschäftigte ist im Beruf starken physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Sie beeinflussen nicht nur
Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden, sie beeinträchtigen auch langfristig die Gesundheit und
Leistungsbereitschaft. Das kann vermieden werden, wenn durch gesundheitsförderndes Verhalten rechtzeitig
belastenden Faktoren wie z.B. Stress, Bewegungsmangel und ungesunder Ernährung entgegen gesteuert wird.
(Mögliche Maßnahmen z.B.: Pausengymnastik, Gesundheitsberatung, Fitnesstest, Gesundheitszirkel,
ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, gesunde Sitzgelegenheiten, Rückenschule, Ausgleichssport,
Maßnahmen zum Stressabbau, Schulung in Methoden zur Entspannung, Vollwertverpflegung, Wellnessdrinks
anbieten, Mittagsschlaf und Meditation in besonderen Räumen).
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