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Arbeitszeit-Management

Die Arbeitszeitkonten:

Arbeitszeitkonten sind das am weitesten verbreitete flexible Arbeitszeitmodell. Sie ersetzen das traditionelle, starre Muster der gleichmäßig über die Arbeitswoche verteilten Arbeitszeit und eröffnen sowohl den Unternehmen wie auch den MitarbeiterInnen die Möglichkeit, die Arbeitszeit flexibel und individuell zu gestalten. Auf einem persönlichen Zeitkonto des Mitarbeiters werden tagesbezogene Abweichungen zwischen der vereinbarten und der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit saldiert.

Welche Varianten der Arbeitszeitkonten sind bekannt?

Gleitzeit:

Sie ist die am meisten verbreitete Form der Arbeitszeitkontenführung. Bei der einfachen Gleitzeit hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit innerhalb bestimmter Grenzen frei zu wählen, wobei die Dauer der täglichen Arbeitszeit nicht veränderbar ist. Bei der qualifizierten Gleitzeit kann der Arbeitnehmer hingegen auch die Dauer der täglichen Arbeitszeit variieren.
Bei der Gleitzeit wird eine tägliche oder wöchentliche Kernarbeitszeit festgelegt (z.B. 9.00-15.00 Uhr), bei der die Beschäftigten anwesend sein müssen. Den Rest ihrer Arbeitszeit dürfen sie innerhalb der Rahmenarbeitszeit (z.B. 7.00-19.00 Uhr) verteilen. Überstunden werden gemäß eines vertraglichen Vergütungsmodus oder einer Freizeitregelung ausgeglichen.

Jahresarbeitszeitkonto:

Hier wird der traditionell starre Wochen- oder Monatsbezug (Gleitzeitkonto) durch einen Jahresbezug (Jahresarbeitskonto) ersetzt. Durch die Verlängerung des Bezugs- und Ausgleichszeitraumes wird eine flexiblere Gestaltung des Arbeitszeitvolumens sowohl für das Unternehmen als auch für die MitarbeiterInnen erreicht. Voraussetzung ist, dass der Arbeitszeitsaldo im Jahresdurchschnitt mit der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit übereinstimmt.

Ampelkonto:

Das Ampelkonto stellt eine Erweiterung der vorherigen Arbeitszeitkonten dar. Hier wird ein Warnsystem eingerichtet, bei dem der Stundensaldo des Beschäftigten permanent kontrolliert wird (droht das Konto überzulaufen bzw. wird zu viel Freizeit konsumiert). Es sollen sich vor allem keine Zeitguthaben ansammeln, die durch Freizeitausgleich praktisch nicht mehr abgebaut werden können.
  • Grünphase (z.B. bis +/- 30 Stunden):
    Die MitarbeiterInnen tragen die Verantwortung über die Arbeitszeit alleine.
  • Gelbphase (z.B. bis +/- 40 Stunden):
    Erfordert das Zusammenwirken von MitarbeiterInnen und Vorgesetzten, um wieder in die Grünphase zu gelangen.
  • Rotphase (z.B. bis +/- 60 Stunden):
    Die Vorgesetzten sorgen dafür, dass die Arbeitszeitsalden wieder in den gelben oder grünen Bereich gelangen.

Die Stundenvorgaben, wann die Gelb- und Rotphase einsetzt, sind in den Unternehmen unterschiedlich hoch.

Arbeitszeitkorridor:

Hier legt der Arbeitgeber unter Vorankündigung und in einem festgelegten Rahmen Lage und Dauer der täglichen Arbeitszeit in Abhängigkeit vom Arbeitsaufkommen fest. Er ist z.B. in der Lage, die wöchentliche Arbeitszeit bei einer vertraglichen Durchschnittsarbeitszeit von 35 Stunden in der Woche zwischen 40 und 30 Stunden zu variieren.

Sabbatical:

Das Sabbatical ist ein vom Unternehmen gebilligter Langzeiturlaub (meist zwischen 3 und 12 Monate) an dessen Ende der Arbeitnehmer in das Unternehmen und im Idealfall an seinen alten Arbeitsplatz zurückkehrt. Obwohl der Arbeitnehmer frei entscheiden kann, wie er die Auszeit nutzt, profitiert in der Regel davon auch das Unternehmen durch wieder erstarkte Leistungsfähigkeit und Motivation, neuen Ideen und dem gewachsenen Wissens- und Erfahrungshorizont.  Mehr dazu >>

Lebensarbeitszeitkonto:

Hier wird überschüssige Arbeitszeit, die nicht in Freizeit ausgeglichen wird, gutgeschrieben. Zum Ansparen dieser überschüssigen Zeit wird in Abweichung zu der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit ein zusätzliches Stundenkontingent vereinbart (z.B. 40 statt 38.5 Stundenwochen), welches zusätzlich zum normalen Kurzzeitkonto auf ein Langzeitkonto gebucht wird (hier z.B. 1.5 Stunden/Woche). Diese angesparte Zeit kann für längere Freizeitblöcke, eine kürzere Lebensarbeitszeit, den gleitenden Übergang in den Ruhestand oder für Weiterbildung genutzt werden.

Welche Vor- bzw. Nachteile haben Arbeitszeitkonten?

Der Grund für die weite Verbreitung dieses Modells liegt in der Vielseitigkeit: Arbeitszeitkonten machen es nicht nur möglich, optimal auf schwankende Auftragslagen zu reagieren, sondern bewirken auch, produktiver und kosteneffizienter zu arbeiten und Betriebs- und Servicezeiten auszuweiten, Mitarbeitern mehr Zeitautonomie zu gewähren und eine gegenseitige Vertrauenskultur aufzubauen sowie Arbeitszeit auch für Weiterbildungszwecke zu verwenden.

Vorteile:

  • Optimale Reaktion auf schwankende Auftragslagen
  • Ausweitung von Betriebs- und Servicezeiten und Reduktion der Kosten
  • Bessere Synchronisation von Markt- und Betriebsbedingungen durch die Anpassung der Arbeitszeit an die betrieblichen Anforderungen
  • Schnellere Reaktionsmöglichkeit auf Markt- und Kundenerfordernisse
  • Effektiverer Einsatz der Arbeitskräfte
  • Optimierte Anlagen-Nutzungszeiten
  • Bessere Arbeitsmotivation und höhere Arbeitszufriedenheit
  • Vermeidung von Überstundenzuschlägen und Kurzarbeit für die Unternehmen
  • Kundengerechte Öffnungs-, Service- und Ansprechzeiten
  • Geringere Leerzeiten und Lagerkosten
  • Kürzere Produktions- und Lieferzeiten
  • Sicherung des Unternehmens in krisenhaften Zeiten
  • Steigerung der Zeitsouveränität der MitarbeiterInnen
  • Gesteigerte Möglichkeiten für eine lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung

Nachteile:

  • Höherer Verwaltungsaufwand beim Unternehmen
  • Verzicht auf Gehaltsverbesserungen durch Überstundenzuschläge bei den MitarbeiterInnen
   
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