• Oliver Schmidt

Stark in und nach der Krise - Corona und Vereinbarkeit

Aktualisiert: Juli 14

die Zertifizierung berufundfamilie als Instrument des Risikomanagements


Wie bewährt sich eine strategisch verfolgte familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik in der Krise?


Antworten darauf fand die berufundfamilie Service GmbH u.a. mit einer Kurzumfrage unter 130 Arbegebern, die nach dem audit berufundfamilie oder audit familiengerechte hochschule zertifiziert sind. Das Ergebnis dieses „berufundfamilie Scouts“ zeigt: Arbeitgeber, die eine Vereinbarkeitspolitik systematisch verfolgen, haben Vorteile in der Krise. Für 98,5 % der zertifizierten Arbeitgeber hat sich ihre familien- und lebensphasenbewusste Ausrichtung als Mittel des Risikomanagements in der Coronakrise bewährt.


Neun von zehn zertifizierte Arbeitgeber setzen während der Coronapandemie auf mobiles Arbeiten – ohne fest eingerichteten Arbeitsplatz –, um arbeitsfähig zu bleiben und gleichzeitig Beschäftigten die Vereinbarkeit mit privaten Aufgaben zu ermöglichen. 47,3 % weiteten die Rahmenarbeitszeiten aus. Die Möglichkeit für Home-Office – mit fest eingerichtetem Telearbeitsplatz – wählten 45,7 %. In der Ausweitung der Gleitzeit haben 41,1 % eine Lösung gefunden, während nur jeder vierte Arbeitgeber (23,3 %) Vertrauensarbeitszeit anbietet.


Für 93,1 % der Organisationen, die nach dem audit berufundfamilie bzw. audit familiengerechte hochschule zertifiziert sind, war es wichtig, auf ein bestehendes familien- und lebensphasenbewusstes Maßnahmenportfolio zurückgreifen bzw. darauf aufbauen zu können – z.B. Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort, Unterstützung in der Kinderbetreuung oder bei Pflege von Angehörigen. Mehr als jeder zweite Arbeitgeber (54,3 %) findet diese Basis, die ihnen die strategische Vereinbarkeitspolitik bietet, sogar sehr wichtig. Lediglich 0,8 % sehen darin keine Relevanz für das Handling während der Coronapandemie.


Knapp sieben von zehn (68,2 %) der zertifizierten Arbeitgeber stimmen der Aussage zu, dass die Coronakrise dazu geführt hat, dass familien- und lebensphasenbewusste Maßnahmen, die bereits in der Diskussion oder Planung waren, schneller umgesetzt wurden. Bei mehr als der Hälfte (54,3 %) wurden Maßnahmen eingeführt, die vorher nicht geplant waren.


Jede dritte Organisation (34,1 %) führte sogar Maßnahmen ein, die zuvor auf Ablehnung gestoßen waren – z.B. Home-Office. Nur bei 7,8 % der Arbeitgeber wurden die bislang vorhandenen Maßnahmen wie geplant umgesetzt – ohne dass die Coronakrise daran etwas geändert hätte.


Sieben von zehn zertifizierte Arbeitgeber werden die Möglichkeiten zur Flexibilisierung der während der Coronapandemie ausgeweiteten bzw. eingeführten Maßnahmen weiter ausbauen. 17,4 % meinen, zu ihrem bisherigen familien- und lebensphasenbewussten Maßnahmen-Portfolio zurückzukehren, während 15,7 % einen Großteil der Lösungen so wie sich in der Krise entwickelt haben, für die Zeit nach der Coronapandemie übernehmen möchte.


Die oben genannten Umfrageergebnisse sind in einer Präsentation (in Chartform) zusammengefasst, die hier abrufbar ist.

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